Teamviewer 13 jetzt auch nativ für Linux

Vor 3 Wochen lass ich den Artikel auf Heise: TeamViewer 13: nativer Linux-Client und Funktion zum Aufzeichnen und auf Caschys Blog: TeamViewer 13: Finale Version erschienen.

Bisher interessierte mich Teamviewer nicht sonderlich, wie jede Software, die es nicht für Linux gibt. Bisher konnte man Teamviewer nur als Windows Software in einer Wine Box laufen lassen. Das ist jedoch sehr unbefriedigend. Doch nun mit einem nativen Linuxpaket war es an der Zeit, Teamviewer einmal auszuprobieren.

Der Download bei Teamviewer auf der Homepage: Teamviewer herunterladen stellt ein 10,8 MB großes Paket bereit. Installiert ist es in ein paar Minuten mit gdebi. Die Abhängigkeiten werden gut aufgelöst und nachinstalliert.

Bildschirmfoto Teamviewer
Bildschirmfoto Teamviewer

Der Vorteil ist, die einfache Installation und der einfache Verbindungsaufbau. Es muss nichts auf dem Rechner eingerichtet werden und auch keine Portweiterleitung auf dem Router eingestellt werden.

Die Verbindung ist verschlüsselt.

Die Software eignet sich sowohl für den Hilfe suchenden als auch für den Helfer.

Fazit:
Erste Tests haben keine Probleme ergeben. Es ist eine gute und einfache Lösung, wenn man der Familie in ganz Deutschland bei den Computerproblemchen helfen möchte.

Vor Jahren habe ich mir die Alternative mikogo angesehen. Diese hatten zu Beginn auch eine Linuxsoftware, jedoch hat man diese leider gestrichen.

Welches Linux ist das richtige für mich?

Warum ist es so schwer zu verstehen?

Die zwei großen Betriebssystemhersteller (Microsoft und Apple) haben nur ein Betriebssystem, mit einer grafischen Oberfläche, von einem Hersteller (Distributor), für alle Zielgruppen im Angebot.

Linux basierende Betriebssysteme gibt es in viele Ausprägungen, für die unterschiedlichsten Zielgruppen, mit einer Vielzahl von grafischen Oberflächen, von einer noch größeren Anzahl von Herstellern (Distributoren).

Immer wieder werde ich gefragt: „Welches Linux ist das richtige für mich?“ Oft fange ich bei Adam und Eva an, um festzustellen, dass der Fragende schnell aussteigt und mir nicht mehr folgen kann. Mit diesem Artikel versuche ich dem interessierten Laien das Linux Universum zu erklären. Bewusst vereinfache ich meine Erläuterungen in Richtung Desktopsysteme für Endanwender.

Linux: Die Basis

Die Basis eines jeden Betriebssystems ist der Kernel (Betriebssystemkern). Der Kernel stellt die Verbindung von der Software zu der Hardware her. Er stellt die Schnittstelle zu der Hardware (Geräte, Speicher, Prozessoren) her, er kümmert sich um die Speicher-, Prozessor- und Geräteverwaltung und er stellt das Dateisystem zur Verfügung.

Linux ist der Betriebssystemkern auf dem die Software aufbauen kann. Von daher gibt es nur ein Linux in verschiedenen Versionen – Weiterentwicklungen. Ohne es zu wissen nutzen wir den Linuxkernel in vielen Geräten z.B. Android Smartphones oder Fritz!Box Router.

Desktop: Die Arbeitsumgebung

Heutige PC Betriebssysteme haben eine grafische Arbeitsumgebung, den Desktop. Nach dem Starten wird der Desktop geladen und wir haben ein schöne grafische Umgebung mit Icons, Mausunterstützung, Sound u.v.m auf unserem Bildschirm.

Die großen Hersteller bieten ihren Kunden nur eine Oberfläche an (Microsoft -> Windows; Apple -> OSX). Bei Linux basierenden Betriebssystemen kann man unter vielen Desktops wählen. Um nur die bekanntesten Desktops zu nennen, hier ein kleine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit (KDE, gnome, XFCE).

Um das ganze noch unübersichtlicher zu machen, gibt es auch hier verschiedene Versionen (KDE 3,4,5; gnome 2,3), die sich von der Vorgängerversion zum Teil sehr stark unterscheiden. Es gibt Entwickler, welche eine ältere Version abgespalten haben (Fork) und aktiv weiterentwickeln (KDE 3 -> Trinity; gnome 2 -> Mate).

Neben dem Abspalten eines Entwicklungszweiges gibt es auch die Möglichkeit die aktuellen Desktopumgebungen zu erweitern, zu verbessern oder einfach zu verändern. Hieraus ergibt sich oftmals ein neues Bedienkonzept und ein neues Aussehen (Cinnamon, Unity).

„Welches Linux ist das richtige für mich?“, ist vielmehr die Frage: „Welche Desktopumgebung ist die richtige für mich?“.

Distributor: Der „Hersteller“

Während die bekannten kommerziellen Desktopumgebungen (Windows, OSX) nur einen Hersteller (Microsoft, Apple) haben, gibt es im Linux Universum hunderte von Herstellern. Da sowohl der Kernel als auch die Desktopumgebung und die übrige Software für Linux frei verfügbar sind, kann jeder diese Softwarepakete zu einem Gesamtpaket zusammenstellen, vertreiben und Support anbieten. Diese Zusammenstellung von Softwarepaketen zu einem Gesamtpaket nennt man Distribution, der Hersteller einer Distribution ist ein Distributor.

Manche Distributoren bieten nur für bestimmte Zielgruppen (z.B. Entwickler, Großunternehmen) oder für bestimmte Anwendungsbereiche (z.B. Multimedia, Spiele, Administration) an. Bei der Auflistung der Distributoren erhebe ich ebenfalls keinen Anspruch auf Vollständigkeit (Debian, Red Hat, SUSE, Ubuntu).

Die großen Distributoren bieten ihre Softwarepakete zum Update auf Servern im Internet an, so dass jeder Benutzer seinen Computer jederzeit aktuell halten kann.

Es gibt auch Distributoren, welche auf den Softwarepaketquellen anderer Distributoren aufbauen oder auf deren Server zugreifen (Fedora, openSUSE, Linux Mint).

Manche Distributoren beschränken sich auf eine Desktopumgebung, andere bieten mehrere Desktopumgebungen zur Auswahl an (Flavor, Spins). Während sich Ubuntu auf seinen selbst entwickelten Desktop Unity beschränkt, gibt es mehrere Projekte, welche unabhängig sind, jedoch von Ubuntu zum Teil unterstützt werden und sich auf andere Desktopumgebungen konzentrieren (Xubuntu -> XFCE, Kubuntu -> KDE, ubuntu gnome -> gnome 3, ubuntu mate -> Mate).

„Welches Linux ist das richtige für mich?“, ist somit auch die Frage: „Welche Distribution ist die richtige für mich?“.

Der Computer: Das zu Hause des Betriebssystems

Wir kennen es ebenfalls von den großen Herstellern, Windows läuft nicht auf einem Mac von Apple und OSX läuft nicht auf einem Windowsrechner.

Auf einem 5 Jahre alten PC bekomme ich kein Windows 10 installiert, der Rechner ist einfach zu alt.

Ebenso ist es bei den aktuellen Desktopumgebungen KDE 5 oder gnome 3 haben bestimmte Anforderungen an die Hardware.

Eine große Anzahl von Distributoren haben sich jedoch zur Aufgabe gemacht, alten Rechner eine zweite Chance zu geben und haben ihre Distribution für alte Rechner optimiert. Hierbei greifen sie auf frühere Versionen der großen Desktopumgebungen zurück oder bedienen sich kleinerer resourcenschonender Lösungen (Lubuntu, Puppy Linux, wattOS).

„Welches Linux ist das richtige für mich?“, hängt von der Frage ab: „Wie aktuell ist meine Hardware?“.

NEIN: Geiz ist nicht geil!

Selbst bei dem billigsten Drucker ist ein Windows Treiber auf CD dabei. Doch oftmals ist auch dieser Treiber schon „mit der heißen Nadel gestrickt“. Man bekommt diesen Drucker vielleicht noch irgendwie zum Laufen, aber glücklich wird man damit nicht. Mac Benutzer hätten dieses Gerät garnicht gekauft, da sie wissen, dass sie es nicht zum Laufen bringen.

Bei solchen Billigprodukten machen sich die Linux Entwickler überhaupt nicht die Mühe entsprechende Treiber zu programmieren. Somit kommt es immer wieder vor, dass das linuxbasierende Betriebssystem die Netzwerkkarte, den Scanner, den Drucker oder den Monitor nicht unterstützt.

Auch bei sehr neuen Geräten kann es sein, dass noch kein Treiber für das neue Gerät programmiert wurde. Es dauert halt noch etwas. Aus diesem Grunde ist eine Recherche vorab, bei der Anschaffung von neuen Geräten, anzuraten.

Die Frage lautet also nicht „Welches Linux ist das richtige für mich?“, sondern: „Läuft Linux überhaupt bei mir?“.

Der Versuch einer Antwort

Abschließend versuche ich nun die Frage „Welches Linux ist das richtige für mich?“ zu beantworten. Vorab möchte ich eine Einschränkung machen! Gehören sie zu der „Geiz ist geil“ – Fraktion, dann lassen sie die Finger von Linux. Nur weil viele Distributoren ihr Betriebssystem zum kostenlosen Download anbieten, heißt es noch nicht, dass Linux eine Billiglösung ist. Benutzen sie einfach ihren Windowsrechner weiter.

Suchen sie jedoch ein stabiles und sicheres Betriebssystem, welches sie nicht ausspioniert und über Jahre ständig aktualisiert wird, dann sind sie bei Linux richtig.

Die Frage lautet nicht „Welches Linux ist das richtige für mich?“, sondern: „Bin ich der richtige für Linux?“.

Sich für Linux zu entscheiden ist eine bewusste Entscheidung. In diesem Fall sollten sie sich zuerst einmal die verschiedenen Desktopumgebungen ansehen. Hierbei geht es vor allem um die Handhabung. Was liegt ihnen am ehesten?

Danach suchen sie sich einen Distributor aus, der ihnen die Desktopumgebung mit aktueller Software zur Verfügung stellt und auch langfristig auf dem Markt verfügbar sein wird. Stöbern sie in den Support Foren und Wikis der entsprechenden Distribution ob sie hier zu Fragen entsprechende Antworten finden.

Sehen sie in den Wikis nach, ob ihre gesamte Hardware unterstützt wird. Bei geplanten Neuanschaffungen achten sie darauf, dass entsprechende Unterstützung gegeben ist.

Viele Distributionen gibt es als so genannte Live CD. Hiermit können sie ohne Installation testen, ob die Distribution auf ihrem PC läuft und alle Geräte erkannt werden. Besuchen Sie im Internet den Distrochooser.

Mein persönlicher Linux Werdegang

  • SUSE Linux mit KDE 2
  • SUSE Linux mit KDE 3
  • Knoppix mit KDE 3 basierend auf Debian
  • Debian mit KDE 3
  • Ubuntu mit KDE 3
  • Ubuntu mit gnome 2
  • Ubuntu mit XFCE
  • Ubuntu mit gnome 3
  • elementaryos basierend auf Ubuntu

4 Mal sicheres Betriebssystem

Linux Mint

linux mint 17.3 Desktop Linux Mint gibt es seit 2006. Mit Cinnamon verwendet man einen selbst entwickelten Desktop Manager. Somit hat man die klassische Desktop Ugebung mit einer Menüleiste unten, einem „Start“button und einem klassischen Menü. Linux Mint ist mehrsprachig, deutsch ist schon bei der Installation einstellbar. Linux Mint basiert auf der LTS Version 14.04 von Ubuntu.

elementary os

elementary os 0.3.2 Freya elementary war ursprünglich ein Theme für gnome. 2011 kam die erste eigene Distribution heraus. Inzwischen ist Freya die 3 Version und basiert, wie Linux Mint, auf der LTS Version 14.04 von Ubuntu. elementary os bringt seine selbst entwickelte Desktopumgebung mit, welche stark an Mac erinnert.

Ubuntu gnome

ubuntu gnome 3 Ubuntu gibt es in verschiedenen „Geschmacksrichtungen“, sprich mit verschiedenen Desktopumgebungen. Wer gerne ein neues Look and Feel ausprobieren möchte, der ist bei Ubuntu mit dem Desktop gnome richtig. Die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig, man findet sich jedoch schnell zurecht und die Entwickler von gnome sind sehr innovativ.

Debian

Debian XFCE Debian ist eine der ältesten Distributionen. Debian existiert seit 1993. Debian hat eine große Fangemeinde und ist wegen seiner Stabilität besonders bei Server Admins sehr beliebt. Im Desktopbereich hat die große Stabilität jedoch den Nachteil, dass die Pakete nicht die neuesten sind. Hier sehen sie Debian mit dem XFCE Desktop. Im Vergleich zu den anderen Distributionen wirkt XFCE bei Debian etwas angestaubt. Dennoch ist Debian ein modernes, äußerst sicheres und stabiles System.

meine Empfehlung

Ubuntu mit dem gnome 3 Desktop ist modern und innovativ, jedoch ist die Bedienung gewöhnungsbedürftig. Ich selbst habe es nur 4 Monate ausprobiert und konnte mich trotz viel gutem Willen nicht daran gewöhnen. Es ist meiner Meinung nach nicht geeignet für Einsteiger und Umsteiger.

Debian mit XFCE ist stabil, Umsteiger würden sich mit der Bedienung schnell zurecht finden. Ich selbst habe jahrelang Debian benutzt. Die angestaubte Optik ist jedoch nicht jedermanns Sache. Debian hat unter Profis eine große Fangemeinde, jedoch gibt es für Einsteiger und Umsteiger besser geeignete Distributionen.

Linux Mint mit Cinnamon ist meine Empfehlung für Windows Umsteiger. Die Installation geht schnell von der Hand, die Hardwareerkennung ist sehr gut und viele Pakte, die ein Umsteiger erwartet, sind bereits nach der Installation vorhanden.

elementary os nutze ich selbst seit ca. 3 Jahren. Mir gefällt die Optik, die Bedienung ist einfach und übersichtlich. Da es auf Ubuntu basiert bringt es alle Vorteile von Ubuntu mit, geht jedoch mit dem Desktop einen eigenen Weg. An gnome 3 konnte ich mich einfach nicht gewöhnen, der Cinnamon ist mir mit der klassischen Bedienung zu langweilig.

Links

https://ubuntugnome.org/
https://www.debian.org/
https://elementary.io/de/
http://linuxmint.com/