Warum sicher kommunizieren

Auf dem Weg durch das Internet haben viele Menschen Zugriff auf Deine Daten.

Auf dem Transportweg warten Wegelagerer (script kiddies, Hacker, Cracker, etc.) darauf, Deine Daten einzusammeln und für eine spätere Verwertung zu speichern.

Auf den Servern der Netzbetreiber haben auch die Admins Zugriff auf Deine Datenpakete. Aber auch hier lauern unerlaubte Angreifer, die sich für Deine Daten interessieren.

Die wenigsten dieser Personen sind heute an Dir persönlich interessiert. Du hast ja auch nichts zu verbergen! Nicht Allen möchte man eine böse Absicht unterstellen.

So müssen die Admins natürlich sicherstellen, dass die Server und die Netzwerkinfrastruktur funktionieren.

Firmen wie Google und Facebook erstellen Profile von Dir, um Dir in Zukunft noch bessere Angebote machen zu können. Aber sie verkaufen Deine Profile auch an andere Firmen, die ebenfalls nur zu Deinem Besten agieren.

Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden (nicht nur die Deutschen auch aus anderen Ländern) suchen nur nach Terroristen, sie sind garnicht an Dir interessiert. Aber Du hast ja nichts zu verbergen, Du bist ja kein Terrorist. Was jedoch ein Terrorist ist, ist je nach Land sehr unterschiedlich.

Ein kleine fiktives Beispiel:

Du schickst ein etwas freizügiges Bikinifoto mit Deiner Urlaubsbekanntschaft an Deine Familie, um Ihnen zu zeigen, dass es Dir gut geht. Eigentlich total unverfänglich.

Was kann jetzt mit diesen Daten passieren?

  • Der Admin denkt: „Oh Gott, schon wieder so ein Urlaubsfoto!“
  • Google zeigt Dir bei der nächsten Suche Angebote zu Bademoden.
  • Deine Familie erhält bei der nächsten Googlesuche Angebote von Reiseunternehmen.
  • Facebook erkennt über die integrierte Gesichtserkennung Deine Urlaubsbekanntschaft und schlägt sie Deiner Mutter als neuen Kontakt vor.
  • Bei Google, Facebook und diversen Behörden wird Dein Profil erweitert und mit dem Profil Deiner Urlaubsbekanntschaft verknüpft.
  • Ebenso werden die Profile Deiner Familienmitglieder aktualisiert und mit dem Profil Deiner Urlaubsbekanntschaft verknüpft.
  • Die Verknüpfungen werden gespeichert. Man kann ja nie wissen wofür man es einmal benötigen kann.

Du kommst entspannt aus dem Urlaub zurück, den Nachnamen Deiner Urlaubsbekanntschaft hast Du nie erfahren. Er hat Dich auch nicht interessiert, es ist ja nur eine Urlaubsbekanntschaft.

Wenn es ganz dumm kommt!

  • Deine Urlaubsbekanntschaft, deren Namen Du nicht einmal kennst, ist ein/e Journalist/in oder Friedensaktivist/in. In Deinem bevorzugten Urlaubsland gelten solche Menschen als Terroristen. In Deinem nächsten Urlaub wirst Du bei der Einreise festgenommen.
  • Du möchtest den Job wechseln und bei dem Bewerbungsgespräch legt man Dir das freizügige Urlaubsfoto vor oder Du wirst auf Grund des Fotos erst garnicht eingeladen.
  • Du möchtest Dich für ein öffentliches Amt bewerben und in der Presse erscheint dieses Foto mit einem Hinweis auf Deine erfundenen sexuellen Vorlieben.

Du ärgerst Dich über diese kleinen Probleme, nur weil Du Mutti zeigen wolltest, wie gut es Dir im Urlaub geht. Du fragst Dich, was Du hättest besser machen können.

Was ist die richtige Antwort?

  1. Du machst keinen Urlaub mehr.
  2. Du machst keine Urlaubsfotos mehr.
  3. Du machst keine Urlaubsbekanntschaften mehr.
  4. Du verschickst Daten sicher, so dass nur die Empfänger sie sehen können.
  5. Du benutzt kein Internet mehr.

Antwort d. ist die richtige Antwort. Das Thema Verschlüsselung im Internet ist so alt, wie das Internet selbst. Schon 1991 kam die erste Version von PGP auf den Markt. Damals nur für E-Mail, Chatprogramme wie WhatsApp gab es noch garnicht.

Ich weiss: „Du hast nichts zu verbergen.“ Aber Du schützt nicht nur Dich, sondern auch alle Deine Kontakte, wenn Du sicher kommunizierst.

Es ist Dein gutes Recht mit anderen Menschen unbeobachtet zu kommunizieren. Nimm Dein Recht in Anspruch und nutze sichere Programme.

Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
(Terry Pratchett, Schriftsteller)

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