Mein Linux Lebenslauf (Teil 1)

Meine „Reise“ durch verschiedene Distributionen und Desktops

Seit Mitte der 90er Jahre beschäftigte ich mich mit Linux. Die Idee eines freien Betriebssystems, an dem Entwickler aus der ganzen Welt mitarbeiten, faszinierte mich.

Im Jahr 2000 erwarb ich meine erstes Suse Paket. Damals war Suse noch ein deutscher Distributor. An Download war zu dieser Zeit kaum zu denken, da von DSL noch keiner zu träumen wagte. Dieses Suse 6.4 Paket kam noch mit einer KDE 1 Version. Aber immerhin eine grafische Oberfläche. Die Installation ging mit einigen Tücken schon recht gut, die Hardwareunterstützung ließ jedoch Freiraum für Wünsche und Träume. Nach mehreren Updates und Neuinstallationen schien Suse 7.2 meine Erwartungen an ein Betriebssystem zu erfüllen.

Im Jahre 2002 kam mit Knoppix eine interessante Neuerung – die Live CD. Interessant war nicht so sehr die Tatsache, daß die CD ohne Installation lief. Das war doch eher eine sehr mühselige Arbeit bei der geringen Speicherbestückung meines Rechners. Jedoch gab es ein einfaches Installationsscript, mit welchem man aus dem laufenden System innerhalb von einigen Minuten eine Neuinstallation auf seine Festplatte bekam, also keine langen CD wechsel Orgien mehr. Man startete das System von CD, testete ob alles funktioniert, klickte auf einen Button, füllte ein paar Felder aus und hatte in einer halben Stunde einen neu installierten Rechner. Auf diese Weise kam ich über Knoppix auch zu Debian.

Irgendwann im Jahre 2003 stellte ich fest, daß mein Windows 2000 Rechner seit Monaten ungenutzt in der Ecke herum stand. Das war für mich das Zeichen, daß Linux eine echte Alternative zu anderen Betriebssystemen ist. Seither nutze ich privat nur noch Linux. Windows habe ich nur noch beruflich bei den Kunden genutzt.

Im Oktober 2004 kam mit Ubuntu ein neuer Mitbewerber auf den Markt der Distributionen. Klar, daß ich mir diese neue Distribution gleich angesehen habe. Ich konnte mich jedoch nicht mit Gnome als Desktop anfreunden – war ich doch bisher KDE gewohnt. Es dauerte noch 2 Jahre, bis mit der Version 6.06 eine für mich vernünftige Alternative zu den bisherigen Distributionen heraus kam. Mit (K)ubuntu kam dann auch eine KDE Version.

Seit 2006 nutzte ich also Kubuntu – die Ubuntu Version mit KDE als Desktop. Im Jahr 2008 kam die Wende. KDE brachte die KDE 4 Version heraus und Kubuntu war nur noch mit KDE 4 zu bekommen. KDE 4 gefiel mir garnicht und so machte ich dann doch den Wechsel auf Gnome. Gnome war im Vergleich zu KDE 4 schlicht, doch genau das erwarte ich von einem Desktop – Schlichtheit.

Aber auch Gnome entwickelt sich weiter. Seit April 2011 ist mit Gnome 3 die neue Version auf dem Markt. Ubuntu hat sich jedoch entschieden nicht voll und ganz auf Gnome 3 zu setzen, sondern begonnen eine eigene Lösung zu veröffentlichen – Unity. Gnome 3 und Unity gefallen mir beide nicht. Somit ist es wieder an der Zeit, den Desktop zu wechseln. Gut, daß es Alternativen gibt! Mit XFCE gibt es einen Desktop, der ebenso ausgereift ist wie KDE oder Gnome, jedoch immer noch so schlicht, wie ich es mir wünsche.

Mein aktueller Rechner basiert somit auf Ubuntu mit XFCE 4.8 als Desktop. Jedoch nutze ich nicht das Ubuntu Derivat (X)ubuntu, sondern installiere mir meine eigene Umgebung, mit meiner eigenen Softwareauswahl.

Hier ein Screenshot meines aktuellen Desktops. Einfach, schlicht, so wie es sein soll.

XFCE Desktop auf Ubuntu 11.10

Um nicht auf allen Rechnern sämtliche Anpassungen und Installationen durchführen zu müssen, erstelle ich mir meine eigene Live CD.

Fazit

Viele Linuxkritiker bemängeln an Linux unter Anderem, daß es mehrere Desktops gibt, jeder anders aussieht und sich etwas anders bedienen läßt. Sie verweisen dann gerne auf Windows, welches sich seit Windwos 95 nicht wirklich grundlegend im Look and Feel geändert hat. Doch mit Windows 8 wird sich auch einiges ändern und da gibt es dann keine Alternative.