Android Smartphone ohne Google

Hier beschreibe ich kurz und bündig, wie man ein neues Smartphone ohne Google einrichtet. Grundlage ist ein Motorola Moto G4 Plus. Aktuelles Betriebssystem ist Android 7.0.

Für dieses Vorgehen ist es nicht nötig, das Gerät zu rooten oder ein alternatives Betriebssystem aufzuspielen. Es ist durchaus möglich, ohne großen Aufwand, ein Smartphone auch ohne Google zu nutzen.

1. Auf Werkseinstellungen zurücksetzen

Einstellungen Sichern und zurücksetzen Zurücksetzen auf Werkseinstellungen Den vollständigen personalisierten Inhalt, … Telefon zurücksetzen ALLES LÖSCHEN

Jetzt wird das Gerät auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt. Nach dem Reboot empfängt Euch das Gerät mit dem Menü für die Ersteinrichtung.

2. Ersteinrichtung

  1. Welcome: Hier die gewünschte Sprache wählen. Deutsch/Deutschland
  2. Jetzt starten
  3. Als neues Gerät einrichten
  4. Verbindung herstellen. Euer WLAN, wenn verfügbar
  5. Zum Datenschutz: EINVERSTANDEN UND WEITER
  6. Google Anmeldung: Überspringen
  7. Kontoeinrichtung überspringen? Überspringen
  8. Google Dienste: Alle deaktivieren, WEITER
  9. Name: leer lassen, WEITER
  10. Mit Fingerabdruck entsperren: Überspringen
  11. Sonst noch etwas? Später einrichten

3. Alternativen App Store einrichten

Einstellungen Sicherheit Unbekannte Herkunft

Jetzt einmal den Chrome Browser öffnen (am WLAN seid Ihr ja schon eingerichtet) und auf F-Droid gehen.

F-DROID HERUNTERLADEN

Nun zeigt der Chrome Browser ein paar kurze Meldungen, die Ihr bestätigen müsst, um die App für F-Droid herunterladen zu können.

Oben Links bekommt Ihr die Mitteilung, dass der F-Droid download abgeschlossen ist. Dort drauftippen. Es öffnet sich ein Fenster. Unten Rechts auf Installieren tippen.

  1. Play Protect aktivieren: Ablehnen
  2. Nun habt Ihr die F-Droid App auf dem Smartphone.

    Im nächsten Schritt Yalp Store istallieren. Du findest es im F-Droid

    4. Alternativen Browser installieren

    Es bietet sich der Firefox an, welcher im Yalp Store zu finden ist. Diesen installieren.

    Zwischenstand

    Nun hast Du einen alternativen App Store mit open source Apps

    Du hast ein weiteres Tool womit Du alle Google Play Store Apps installieren kannst.

    Du hast einen alternativen Browser.

    5. Google Apps und Bloatware löschen oder deaktivieren

    Einstellungen Apps

    Hier kannst Du die nachfolgenden Apps deaktivieren.

    • Chrome
    • Dateimanager
    • Fotos
    • Gmail
    • Google Drive
    • Google Play Filme & Serien
    • Google Musik
    • Google Play Store
    • Hangouts
    • Kalender
    • Kontakte
    • Maps
    • Messenger
    • You Tube

    Vorsicht: Google Play Dienste darfst Du nicht deaktivieren.

    Sollten weitere Bloatware Apps auf Deinem Gerät sein, solltest Du diese in diesem Zuge auch gleich deaktivieren.

    Dein App Menü ist jetzt sehr überschaubar. Im nächsten Schritt installierst Du alternative Apps.

    6. Alternative Apps installieren

    Apps direkt über F-Droid installieren

    • Simple Gallery Eine Fotogalerie
    • Tomdroid Eine Notizen App

    Apps mit Hilfe von Yalp Store installieren

    Den Yalp Store öffnen und über die Suche, die entsprechenden Apps auswählen, herunterladen und installieren:

    • Signal – Sicherer Messenger Eine sichere WhatsApp Alternative
    • Boxer – Workspace ONE Ein PIM (E-Mail, Adressbuch, Kalender)
    • VLC for Android Video/Audio Player
    • HERE WeGo – Routenplaner & GPS Navigation
    • Total Commander – Dateimanager Ein Dateimanager
    • Bundle News – Nachrichten App. Eine Nachrichten App wie Flipboard

    7. Abschlußbemerkung

    Jetzt haben wir ein Smartphone ohne Google oder Bloatware. Die wichtigsten Funktionen eines Smartphones können wir nun nutzen.

    • telefonieren
    • surfen
    • chatten
    • mailen
    • Adressen und Termine organisieren
    • fotografieren
    • informieren
    • navigieren
    • Musik hören und Videos sehen

    Alles ohne einen Google Account und ohne Facebook, Dropbox, etc.

    Startbildschirm

    Eine grundlegende Funktion eines Smartphones fehlt jedoch. Die Synchronisation mit einem Online Konto, zum einfachen austauschen und sichern der Daten. Doch auch dafür gibt es bessere Alternativen, welche ich in weiteren Artikeln beschreiben werde.

    Ausblicke:

    • Ein nextcloud Account besorgen
    • Ein Smartphone ohne Google mit nextcloud synchronisieren

Meine bevorzugte Distribution in neuer Version

elemetaryOS ist seit einigen Jahren meine bevorzugte Distribution. Letzte Woche kam die neue Version von elemetaryOS 5 Juno heraus. Die Installation läuft – wie üblich – einfach durch.

Ursprünglich wurde berichtet, dass ein neuer Installer die Vollverschlüsselung der Festplatte unterstützen soll. Dieser neue Installer ist jedoch nicht umgesetzt. Die Installation basiert weiterhin auf dem alten Ubiquity.

Der Desktop

Die SystemInfo

eOS 5 Juno basiert nun auf der aktuellen LTS (long term support) Version von Ubuntu 18.04 LTS. Dadurch das elemetaryOS immer auf der LTS Version basiert, habe ich als Anwender nicht den ständige Update Stress, wie bei anderen Distributionen. Ich habe die Gewissheit, die nächsten Jahre ein sicheres System zu haben. So wie es sich für ein Produktivsystem gehört.



elementaryOS 0.4 Loki hat noch Support bis April 2021
elementaryOS 5.0 Juno hat Support bis April 2023

Nach der Installation ist die Auswahl der Anwendungen sehr überschaubar. Viele andere Distributionen installieren unzählige Anwendungen im Voraus.

Diese minimale Softwareauswahl ist einer der Vorzüge von elementaryOS. Ich muss nach der Installation nicht alle unnötigen Anwendungen löschen oder installierte Anwendungen nach meinen Vorstellungen anpassen. Nein, ich kann gleich nach der Installation des Betriebssystems mit der Installation meiner bevorzugten Anwendungen beginnen.

Das Menü

Bei elementaryOS 5.0 wurde viel im Code optimiert und an vielen Stellen die Handhabung der optimiert. Einige Programme haben Funktionserweiterungen erhalten oder der Code wurde komplett bereinigt. Diese Massnahmen merkt man an vielen Stellen.

Das AppCenter

Im AppCenter sind alle aktuellen Anwendungen wie Office, Bildbearbeitung, PIM, etc. zu finden und mit einem Mausklick zu installieren. Natürlich funktioniert die Installation auch über die Konsole mit apt-get.

elementaryOS kann auf der Homepage heruntergeladen werden. Nach dem Prinzip Zahle, was Du willst kann man den Entwicklern einen Preis für das Betriebssystem zukommen lassen. Bedenkt man, dass Windows oder MacOS richtig Geld konsten, so ist ein Preis von $10 – $30 nicht zu viel. Wer jedoch nichts bezahlen möchte, der klickt auf das Feld Benutzerdefiniert und gibt eine 0 ein. Dann kann man das ISO File kostenlos herunterladen.

für 0€ herunterladen

Download

Fazit: Evolution statt Revolution

Eine echte Revolution wäre der neue Installer gewesen, der die Festplattenverschlüsselung einbezieht. Es benötigt jedoch noch einige Zeit bis dieser fertig ist. Vielleicht kommt er mit einem der späteren Updates von Juno.

An vielen Stellen wurde die GUI und die Bedienung des Systems optimiert. Ich muss jedoch nicht sofort auf das neue Juno aktualisieren, sondern kann in Ruhe mein Loki weiter benutzen, da dieses ja noch Support bis 2021 hat. Echte Neuerungen sind nicht vorhanden, die mich zu einem sofortigen Update zwingen würden.

Wenn jedoch demnächst in der Familie oder bei mir eine Neuinstallation ansteht, kann ich ruhigen Gewissens die aktuelle Version Juno installieren.

Links:

https://medium.com/elementaryos
https://elementary.io/de/

Warum ich privat keine Apple Hardware benutze

Spricht man einen der Apple Jünger auf Privatsphäre an, so bekommt man meist nur die Antwort: „Ich traue Apple mehr als Microsoft!“

Tatsache ist, dass man mit den Apple Datenschutzrichtlinien dem Unternehmen einen Freibrief für die Überwachung gibt. Über die Apple-ID wirst Du als Nutzer eindeutig erkannt und die über Dich gesammelten Daten können und werden weitergegeben. Dafür bekam Apple schon 2011 den Big Brother Award.

Als kommerzielles Unternehmen in den USA ist es Apple auch schwer möglich, sich nicht zum Handlanger der staatlichen Überwachung machen zu lassen. Apple ist Teil von PRISM.

Warum ich privat kein Windows nutze

Schon mit Windows XP wurden immer mehr „calling home“ Funktionen eingesetzt. Das ist mit den Folgeversionen nicht weniger geworden, jedoch immer schwieriger, diese abzustellen. Mit Windows 8 und 10 ist es fast unmöglich, sich der Bespitzelung durch Microsoft zu entziehen. Lese hierzu auch https://www.privacy-handbuch.de/handbuch_90a.htm.

Als kommerzielles Unternehmen in den USA ist es Microsoft auch schwer möglich, sich nicht zum Handlanger der staatlichen Überwachung machen zu lassen. Microsoft ist Teil von PRISM.

Die tägliche Überwachung


(Quelle: alexanderlehmann auf YouTube)

Es ist fast unmöglich der täglichen Überwachung zu entgehen, aber man kann es den Spitzeln schwerer machen. Nicht nur kommerzielle Unternehmen sind an einen glasklaren Profil ihrer User interessiert. Auch die Staaten – nicht nur totalitäre Diktaturen – sind an einem Profil der Bürger interessiert.

Über die nachfolgenden Links kannst Du tiefer in das Thema digitale Privatsphäre einsteigen.

https://www.privacy-handbuch.de/index.htm
https://www.selbstdatenschutz.info/
https://digitalcourage.de/

Es geht nicht nur um den Schutz Deiner Privatsphäre, sondern auch um die Deiner Familie, Freunde und Bekannten.

Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
(Terry Pratchett, englischer Fantasy-Schriftsteller)

Und hier noch ein paar weitere Links:

http://www.alexanderlehmann.net/#
http://www.ctrl-verlust.net/

Meine bevorzugten Linux Distributionen

Inhaltsverzeichnis

  1. elementaryOS
  2. Linux Mint
  3. Ubuntu Mate
  4. KDE neon
  5. Fazit

elementaryOS

Seit Jahren nutze ich elementaryOS. Inzwischen läuft elementaryOS auch auf den meisten Computern in der Familie.

elementaryOS kommt nur mit dem Nötigsten vorinstalliert. Da elementaryOS jedoch das Repository von Ubuntu nutzt, können die wichtigsten Programme über das eigene AppCenter schnell nachinstalliert werden.

elementaryOS baut auf einem selbst entwickelten Desktop auf, welcher viele User an MacOS erinnert. Die Bedienung geht flüssig von der Hand und bei der täglichen Arbeit sind nur kurze Wege mit der Maus zurückzulegen. Mit ein – zwei Klicks hat der User das gewünschte Ergebnis.

Desktop eOS 04.1

Es sind ein einfacher Mailclient, ein Browser, ein Musikprogramm sowie ein Programm für Videos und Fotos vorhanden. Eine Office Anwendung fehlt nach der Installation jedoch. Mit Hilfe des AppCenters sind die bevorzugten Programme jedoch schnell nachinstalliert.

Das sich die Installation auf das nötigste beschränkt, macht es in meinen Augen sehr sympathisch, da man nicht gezwungen wird unnötigen Ballast zu entfernen.

Weg von Twitter

Ich war noch nie ein Freund von Twitter und habe daher auch nie einen Account gehabt. Wie bei den anderen zentralen Dienstleistungen – Facebook, Google, etc. – liegen Deine Daten auf einem zentralen Server und Du hast keinen Einfluss darauf, was mit Deinen Daten geschieht.

Doch auch hier gibt es eine open source Alternative – GNUsocial bzw. Mastodon.

Mastodon ist ein dezentrales Netzwerk von vielen Instanzen. Die Anmeldung und Einrichtung ist in wenigen Minuten erledigt. Für Die Anmeldung benötigst Du eine E-Mail Adresse und einen selbst gewählten Benutzernamen und ein Passwort.

Für Android gibt es mehrere Clients. Ich nutze Tusky, welches sowohl bei F-Droid als auch im Play Store zur Verfügung steht.

Auf meinem Desktoprechner nutze ich Tootle, welches bei elementaryOS über das AppCenter installierbar ist.

Einrichtung eines Accounts

  1. Eine Instanz wählen Liste (z.B. mastodonten.de)
  2. Anmelden mit E-Mail, User Name, Passwort
  3. Du bekommst eine Bestätigungs E-Mail, dort den Link zum verifizieren anklicken
  4. Den Client auf dem Smartphone, Tablet, PC installieren
  5. Im Client die User Daten eingeben
  6. FERTIG

Nun kannst Du ganz einfach Beiträge erstellen und diese öffentlich oder nur Folgenden freigeben. Weiterhin kannst Du anderen Usern folgen. Um mir zu folgen suche nach @ingos@mastodonten.de. Auch wenn Du Dich bei einer anderen Instanz angemeldet hast, kannst Du mir folgen.

Ich selbst folge: @Digitalcourage@chaos.social, @elementary@mastodon.social, @omgubuntu@botspin.space

Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich mich mit der Installation einer eigenen Instanz beschäftigen.

sicherer Datenaustausch: Lass Deine Daten durch ein Wurmloch reisen

magic wormhole ist eine einfach zu bedienende Anwendung, um Daten jeder Größe zwischen 2 Rechnern/Personen auszutauschen. Dabei werden die Daten end to end verschlüsselt zwischen den Beteiligten ausgetauscht.

Der Sender gibt in der Konsole folgenden Befehl ein:

wormhole send ~/path/to/file

Der Empfänger gibt folgenden Befehl ein:

wormhole receive

Der Sender bekommt nun eine Zeichenkette angezeigt, die einfach zu merken ist und nur einmal für diese Übertragung gültig ist. Diese Zeichenkette teil er dem Empfänger am Telefon oder über einen Chat Client mit. Die Zeichenfolge enthält die nötigen Adressdaten des Senders und den Schlüssel für die Entschlüsselung.

Der Empfänger wird nach Eingabe seines Befehls aufgefordert, die Zeichenkette, welche er vom Sender genannt bekommt, einzugeben. Nach Eingabe der richtigen Zeichenfolge startet die Dateiübertragung. Die Daten werden im Downloadverzeichnis abgelegt.

Ein möglicher Angreifer hat nur 1 Chance (1:65,536), die nötige Zeichenfolge zu erraten. Der Datenstrom ist mit neuesten Techniken verschlüsselt.

Unter meinen Desktop Betriebssystem elementaryOS habe ich auch eine einfache GUI für magic wormhole – Transporter.

Unter Youtube gibt es auch ein Video eines Vortrags zu magi wormhole, welches weitere Fragen beantwortet.

https://youtu.be/oFrTqQw0_3c

weitere Links und Informationen:

https://www.omgubuntu.co.uk/2017/06/wormhole-fast-secure-way-send-files-users-cli

https://medium.com/@simonvc/magic-wormhole-is-the-intra-team-secure-messaging-tool-youve-been-looking-for-b7fa1e147d42

https://medium.com/elementaryos/appcenter-spotlight-transporter-7c9db2472f37

Es muss nicht immer Windows sein

Viele Anwender benutzen Windows, da es bei den meisten neuen Rechnern schon vorinstalliert ist. Es erscheint, dass es weniger Aufwand und kostenlos ist. Beides ist jedoch ein Trugschluss. Die Einrichtung eines Windowsrechners nach dem ersten Start dauert meist einige Stunden, die Hersteller installieren oftmals unzählige unnötige Test- Kaufsoftware. Was sonst noch im Hintergrund installiert oder konfiguriert ist, kann man nicht abschätzen. Im Nachgang muss man noch einige Treiber und einen Virenscanner installieren. Für einen ungeübten Anwender ist das auch nicht ohne Problem zu erledigen.

Wer die Installation des Betriebssystems scheut und eine Alternative zu Windows sucht, findet inzwischen genügend Angebote mit vorinstalliertem Linux.

So bietet z.B. Dell einige Geräte mit vorinstalliertem Ubuntu Linux an. Das KDE Neon Projekt bietet zusammen mit Slimbook ein schönes Ultrabook an. Und Linux Mint vertreibt auf seiner Homepage die Mint Box Mini. ixsoft hat Geräte verschiedener Hersteller im Angebot, welche man selbst noch konfigurieren und die Linux Distribution auswählen kann. TUXEDOcomputers hat sich auf Linux Rechner spezialisiert und installiert u.a. mit TUXEDO Budgie ein eigens Linux, welches jedoch auf Ubuntu basiert.

Wer unter den oben erwähnten Herstellern nicht das richtige Gerät findet, kann sich auch auf einem der vielen Online Shops ein Business Gerät aussuchen und Linux von CD, DVD oder USB Stick selbst installieren. Der Aufwand ist dabei noch geringer als die Inbetriebnahme eines Rechners mit vorinstalliertem Windows. Business Geräte erhält man auch ohne vorinstalliertem Betriebssystem günstiger. Sie haben eine bewährte Hardware, welche von den aktuellen Linux Distributionen problemlos erkannt und unterstützt wird.

Erst vor kurzem habe ich einen HP Notebook (HP 250 G6 SP 3VJ62ES Notebook i3-6006U F) bei cyberport gekauft und mit elementaryOS über USB Stick installiert.

weitere Links und Informationen:

https://curius.de/betriebssysteme