Kategorien
Linux

Mein elementary OS

Wir betreiben mehrere Computer in unserem Haushalt. Alle sind mit elementrary OS ausgestattet. Einige der älteren Computer laufen noch mit elementary 4 Loki, einige mit elementary 5.1.7 Hera.

elementary 4 basiert auf Ubuntu 16.04 LTS. Hier ist der Update Support bereits im April diesen Jahres ausgelaufen. Also wird es Zeit für ein Upgrade.

elementary 5.1.7 basiert auf Ubuntu 18.04 LTS. Hier läuft der Support noch bis April 2023.

Auf meinem aktuellen Rechner, TUXEDO InfinityBook S 14, habe ich inzwischen elementary OS 6 Odin installiert, welches auf Ubuntu 20.04 LTS basiert. Die Unterstützung läuft bis 2025.

Ich selbst nutze elementary OS seit der Version 3 Freya, also seit ca. 6 Jahren.

elementary OS 6 Odin

notebook elementary OS 6 Odin

Release kam sehr spät

Die elementary Fans musst wirklich sehr lange auf das Erscheinen der Version 6 warten. Die Version basiert auf Ubuntu 20.04, ist aber erst im August 2021 veröffentlicht worden. Also fast 1 1/2 Jahre nach der Ubuntu Basis und nur ein 1/2 Jahr vor dem Erscheinen der nächsten Ubuntu LTS Version 22.04.

Viele Neuerungen sind für den normalen Anwender jedoch nicht sichtbar. Die Optik der Oberfläche hat sich gegenüber den Vorgängerversionen nicht geändert. Ein normalen Privatanwender kann seine ältere Version weiter nutzen, bis der LTS Support ausläuft.

Ich selbst nutze mein Betriebssystem als Starter von Flatpaks. Damit halte ich das Betriebssystem schlank und habe jederzeit, unabhängig vom Betriebssystem Repository, die neusten Anwendungen.

Somit ist es kein wirklicher Nachteil, dass elementary OS 6 Odin erst so spät veröffentlicht wurde. Verglichen mit anderen Entwickler Teams ist das elementary Team sehr klein, wodurch der Entwicklungsfortschritt langsamer ist, als bei großen Teams.

Der Installer

Der Installer ist eine Neuentwicklung. Er teilt die Betriebssystem- und die Benutzerinstallation, so dass es möglich ist, unabhängig vom ersten Benutzer eine Festplattenverschlüsselung mit eigenem Passwort zu erstellen.

Erst nach der Installation und dem ersten Reboot wird der erste User mit einem eigenen Passwort angelegt.

Die Installation stellt für einen interessierten Anwender keine besondere Herausforderung dar. Sie ist schnell erledigt, da auch nicht, wie bei anderen Distributionen üblich, unzählige Programme mitinstalliert werden.

Die Programmanzahl ist übersichtlich, über das AppCenter kann jeder seine Wunschprogramme mit wenigen Klicks nachinstallieren.

Dennoch ist das Installationsimage inzwischen 2.4 GB groß, was wohl aber hauptsächlich an der Ubuntu Basis liegt.

Das AppCenter

Das AppCenter hat einige Neuerungen unter der Haube bekommen. Oberflächlich, für den User, hat sich nichts geändert. Es unterstützt nur noch Flatpak Pakete. Dadurch ist die App Auswahl geringer, als in den älteren Versionen. Klassische Pakete können jedoch aus dem Ubuntu Repository einfach über apt-get im Terminal installiert werden.

sudo apt-get install PAKETNAME

Systemeinstellungen

elementary OS 6 unterstützt auch Hardware mit UEFI. Dadurch ist es auch möglich, über die Systemeinstellungen Geräteupdates durchzuführen.

Einige Menüs in den Systemeinstellungen wurden überarbeitet und unterstützen auch neuere Funktionen der Hardware.

So wird auch die Gestensteuerung über das Touchpanels unterstützt.

Optik und Bedienung

Die Optik und die Bedienung hat sich nicht geändert. Der Anwender muss sich nicht umgewöhnen. Es ist ein Zeichen für die zeitlose Eleganz von elementary OS, dass die Oberfläche nach nunmehr 6 Jahren immer noch attraktiv ist.

Alle Desktopaktionen sind mit wenigen Klicks durchzuführen, keine tief verschachtelten Menüs, keine langen Mauswanderungen über den Bildschirm. Alles ist da, wo es hingehört, wo es der Anwender vermutet und jederzeit finden kann.

Wer möchte kann auch über Tastatur Shortcuts die wichtigsten Aktionen auslösen.

Fazit

Ja, man musste lange warten, bis elementary OS 6 veröffentlicht wurde. Jedoch muss bei elementary nicht jedes neue Release so gehyped werden. Das Team entwickelt mit Ruhe und Verstand seine bewährte Oberfläche konsequent weiter.

Diese Ruhe sollten auch die Fans haben, denn kein Release war bisher eine Revolution, sondern eine Evolution. Man hat jedoch keinen Nachteil, wenn man die installierte Version bis zu dem Supportende nutzt und dann erst auf die aktuelle Version umsteigt.

Kategorien
Linux

Virtualisierung unter Linux

Seit Beginn von Virtualbox nutzte ich diese Virtualisierung für Tests verschiedener Desktops.

Virtualbox war ursprünglich ein Produkt der InnoTek Systemberatung GmbH, welches 2008 von Sun Microsystems gekauft wurde. Mit der Übernahme von Sun sind viele tolle Neuerungen eingezogen.

Nachdem Sun im Jahre 2010 von Oracle übernommen wurde, ging es stetig bergab – wie mit Allem, das Oracle anfasst.

Nun wollte ich mit meinem neuen elementaryOS – basierend auf Ubuntu 20.04 – wieder einmal eine virtuelle Maschine anlegen. Es funktionierte schon der Boot des Installationsimages nicht. Jetzt habe ich die Nase voll. Virtualbox ist nicht mehr meine Software.

Zum Glück gibt es ja Alternativen. Mit Gnome Boxes, welches auch als Flatpak verfügbar ist, habe ich eine Desktopvirtualisierung, die für meine Ansprüche ausreicht.

Wirklich alles, was Oracle anfasst, wird meiner Meinung nach kaputt gemacht – Openoffice, MySQL, Virtualbox.

Kategorien
Allgemein Linux

Neues Laptop 2021 gefunden

Ich habe mein neues Laptop gefunden. Es ist ein TUXEDO InfinityBook S 14 v5 geworden.

In meinem Artikel Neues Laptop 2021 gesucht habe ich meine Anforderungen zusammengefasst. Nicht alle sind mit dem Gerät erfüllt, dennoch bin ich mit dem Gerät bisher zufrieden.

Das Gerät übersteigt bei Speicher und HDD meine Mindestanforderungen. Die Tastatur ist beleuchtet und hat einen guten Anschlag. WLAN ist auf dem neusten Stand und wesentlich schneller als bei meinem alten Gerät. Bei der täglichen Arbeit ist kein LAN Anschluss mehr nötig.

Das TCC (Tuxedo Control Center) muss über die Seiten des Herstellers installiert werden.

Im TCC lassen sich Profile anlegen. Für die tägliche Arbeit reicht ein Profil mit dynamischer Anpassung der CPU. Das spart Strom und der Lüfter kommt nur selten und dann kurz und leise zum Einsatz. So ist es möglich, einen Arbeitstag nur in Batteriebetrieb zu überstehen.

Für das Keyboard gibt es ein entsprechendes .deb Paket zur Integration aller Funktionstasten.

Über den HDMI Anschluss lässt sich der Desktop auf einen weiteren Monitor erweitern oder spiegeln.

Das Gerät hat eine Grundfläche, die einem DIN A4 Blatt entspricht und ist mit knapp mehr als 1 kg sehr leicht. Das Trackpad ist angenehm, sehr sensibel und unterstützt Gestensteuerung.

Für einen Kabel LAN Anschluss ist ein USB-C Adapter dabei. Das entspricht nicht ganz meinen ursprünglichen Anforderungen. Die Anschlüsse sind für das tägliche mobile Arbeiten ausreichen. Wer mehr benötigt kann über eine USB Dockingstation die Anzahl der Anschlüsse erweitern.

Die Verarbeitung ist gut und wertig. Das Design ist schlicht und zeitlos. Preislich ist das Tuxedo kein Schnäppchen, aber günstiger als entsprechende Geräte der Hersteller Lenovo, HP oder Dell.

Fazit:

Tuxedo ist ein deutscher Hersteller aus Augsburg, welcher sich auf Linux Hardware spezialisiert hat. Es war eine gute Entscheidung, nicht auf etablierte Massenhersteller zu setzen, sondern einen Hersteller, der Linux unterstützt.

Die Installation von elementaryOS 5.1.7 und kurz danach die Installation von elementaryOS 6 ging erwartungsgemäß problemlos von statten.

Kategorien
Sicheres Internet

Wer sind diese dummen Angreifer?

Auf einer meiner Seiten habe ich das Plugin Limit Login Attempts installiert und jeden Tag unzählige E-Mail über gesperrte Anmeldeversuche erhalten.

In der Zeit vom 08. Mai 2021 bis zum 05. August 2021 hatte ich 3.834 Aussperrungen von IP Adressen, die mehrfach ein falsches Passwort und/oder einen falschen Benutzer eingegeben hatten.

  • Gut, dass ich ein starkes Passwort habe.
  • Gut, dass sich Benutzername und öffentlicher Name unterscheiden.

Inzwischen habe ich die Seite auf 2FA mit OTP umgestellt. Hierzu nutze ich das Plugin WP 2FA – Two-factor authentication for WordPress

Doch wer sind diese Vollpfosten, die sich über die Homepage fremder Leute hermachen? Haben die nichts besseres zu tun?

Update 07.08.21:

Ich habe die geblockten Fehlversuche einmal ausgewertet. Über 20% aller Loginversuche kamen aus den USA. Jetzt habe ich für das Backend einen Geo Blocker installiert.

Und auch hier auf der Seite habe innerhalb der ersten Stunde nach der Installation von Limit Login Attempts schon 7 geblockte IP wegen Login Fehlversuchen.

Kategorien
Allgemein

Neues Laptop 2021 gesucht

Mein Dell 7537 Notebook ist nun über 7 Jahre alt. Inzwischen habe ich es mit einer 1 TB SSD aufgemotzt. Das Dell ist als 15 Zoll Laptop recht breit, dick und schwer. Hier möchte eine wesentliche Verbesserung erreichen – leichter, kleiner, dünner. Eine Tastatur mit Ziffernblock benötige ich nicht. Die Tastatur muss beleuchtet sein.

Bei den Mobilgeräten habe ich bisher immer auf Intel CPU vertraut. Der neue AMD Ryzen soll jedoch besser als die Intel CPU sein. Hier habe ich bisher keine Erfahrung.

Meine Anforderungen

  • Linuxkompatibel (Ubuntu)
  • Display 13-14 Zoll; mindestens FHD oder besser; matt oder entspiegelt
  • Gehäuse leicht (ca. 1,1 kg), dünn (unter 2 cm)
  • Speicher mindestens 16 GB
  • HDD mindestens 512 GB SSD
  • Anschlüsse 1 x HDMI, 3 x USB, LAN (ohne Adapter), Speicherkarten Slot
  • Lüfter leise, steuerbar
  • Tastatur beleuchtet; ideal ohne Ziffernblock
  • Kamera im Display Rahmen oben
  • Lautsprecher und Micro für Videokonferenzen

In den letzten Jahren habe ich gute Erfahrungen mit IBM (gibt es nicht mehr) und HP gemacht. Die Business Geräte liefen immer problemlos mit Linux (Debian, Ubuntu, SUSE). Letztendlich funktioniert auch mein Dell problemlos.

Meine Anwendungsfälle sind eigentlich nicht sehr rechenintensiv. Mit Office, LaTeX Dokumentation und Web surfen ist der Dell nicht überlastet. Bei Bildbearbeitung und Videoschnitt kann es jedoch zu gelegentlichen Verzögerungen kommen. Bei Tests in der Virtualbox ist der Rechner mit 8 GB RAM und Dual Core CPU schnell an seiner Grenze. Dennoch bin ich der Meinung, dass bei mir RAM wichtiger ist als CPU.

Ausgangspunkte meiner Recherche sind folgende Blog Artikel auf die ich über https://planet.ubuntuusers.de/ aufmerksam geworden bin.

Ebenso besuche ich regelmäßige die Seiten von Tuxedo und Slimbook, da ich gerne Hersteller unterstützen würde, die auf Linux setzen. Auch der ixsoft Shop ist einen Besuch wert.

Aus Erfahrung gut. Aus diesem Grunde tendiere ich bei meinem nächsten Laptop zu dem HP EliteBook G7 840.

Thinkpad das Business Notebook. Lenovo profitiert immer noch von dem Image der legendären IBM Thinkpads. Lenovo ist einer der wenigen Hersteller, die noch echte Businessgeräte bereitstellen. Somit wäre das ThinkPad P14s oder das ThinkPad X1 Carbon eine Option.

Dell Developer Edition. Dell stattet immer mehr Laptops mit Ubuntu aus. Das Dell XPS 13 ist somit auch noch im Rennen.

Linux vorinstalliert. Da ich gerne auch Hersteller unterstützen möchte, die sich auf Linux spezialisiert haben, käme auch ein Laptop von Tuxedo und Slimbook in Betracht. Bei Slimbook sind jedoch die Lieferzeiten sehr lang und eine deutsche Tastatur nicht bei jedem Model verfügbar.

Fazit

Noch habe ich keine Ahnung, welches Notebook mein nächstes sein wird. Bis ich mich entschieden habe, wird das ausgesuchte Gerät wohl auch nicht mehr im Angebot sein 😉 und ich werde von neuem beginnen.

Bisher arbeitet mein Dell auch noch, so dass ich keine Not habe.

Kategorien
Linux

Software installieren unter Linux

Klassisch

Die klassische Softwareinstallation wird – bei Debian basierenden Linuxsystemen – über das integrierte dpkg durchgeführt. Dabei werden die nötigen Softwarepakete in das Standardverzeichnis von Linux verteilt. Alle Programme können gemeinsame Bibliotheken nutzen. Die Software wird als .deb Datei – zumeist im Repository der Distribution – bereitgestellt und durch Installationsprogramme wie apt-get ausgeführt. Neuere Versionen einer Software bekommt man zumeist nur über das Update des Repositories oder durch Upgrade der Linuxversion.

Möchte der User eine neuere Version einer Software installieren, als das Repository seiner Distribution bereitstellt, kann es zu Fehlfunktionen oder Ausfällen der Software kommen. Im schlimmsten Fall kann er seine Betriebssysteminstallation zerstören. Ein Rücksprung auf die ältere, funktionierende Version ist oft nicht möglich.

Ein weiterer Nachteil für den Entwickler ist, dass er seine Software für verschiedene Distributionen passen paketieren muss. Das ist gerade bei kleinen Entwickler Teams ein großer Aufwand.

Auch eine LTS (Long Term Support) Version einer Distribution stellt den Software Update nur für eine kürzere Zeit zur Verfügung, danach gibt es nur noch Sicherheitsupdates. Das heißt, die Software wird nicht mehr auf neuere Versionen aktualisiert, sie veraltet mit der Zeit.

Aus oben genannten Nachteilen (Schnelligkeit, Universalität, Stabilität, Unabhängigkeit, Sicherheit, Aktualität) hat man für Linux mehrere neue Paketformate entwickelt.

Snap

Ein Vorreiter war wieder einmal die Firma Canonical mit seinem Ubuntu. Diese hat das Paketformat snap entwickelt. Die Softwarepakete werden von Canonical auf dem eigens dafür entstandenen Downloadportal snapcraft bereitgestellt. Dadurch behält Canonical eine gewisse Kontrolle über die bereitgestellten snap Pakete.

Bei snap Paketen bringt die Installation alle benötigten Bestandteile wie z.B. Bibliotheken mit. Es werden keine Bibliotheken aus dem Grundsystem benutzt oder gar überschieben oder aktualisiert. Damit kann man auch die neueste Software benutzen, ohne gleich das ganze System upgraden zu müssen.

Da die Software alle Bestandteile in einem eigenen Verzeichnis installiert, benötigt sie keine Zugriffe und somit auch keine Rechte im Grundsystem. Sie läuft vielmehr in einer Sandbox. Die Lese- Schreibzugriffe der Software kann man einstellen. Das macht snap gerade für Software interessant, welche viel Internetzugriff benötigt z.B. Browser, Download Manager, Chat Programme, etc.

Da Canonical die Kontrolle über die bereitgestellten Pakete hat, macht die Firma einen gewissen Qualitätscheck. Alle snap Pakete sind mit der Einstellung strict stark gegen das Grundsystem abgeschottet.

Flatpak

Flatpak ähnelt snap weitgehend, ist jedoch nicht von einer Firma, sondern einer freien Entwicklergemeinde entwickelt. Flatpak Pakete können überall zum Download angeboten werden. Auch hier gibt es mit FLATHUB eine zentrale Downloadseite, welche jedoch nicht so stark reglementiert wird, wie snapcraft.

Während bei snap Paketen die Einstellung strict per default vorgegeben ist, kann ein Entwickler bei flatpak frei seine Sicherheitseinstellungen wählen.

Appimage

Der Desktop Client von Nextcloud wird z.B. als AppImage bereitgestellt. Bei appimages sind ebenfalls alle nötigen Bestandteile und Bibliotheken einer Software zusammen. Diese sind in einer einzelnen Datei mit der Endung .Appimage gekappselt. Appimages besitzen die gleichen Rechte, wie der User, der sie ausführt. Sie laufen nicht in einer Sandbox.

Die Handhabung ist denkbar einfach. Der User läd das Appimage herunter, legt es im Homeverzeichnis ab und macht es ausführbar. Dann kann er es starten und die Software läuft. Man kann auch hier mehrere Versionen der selben Software nebeneinander nutzen. Bei nichtgefallen löscht man die .appimage Datei und die Software ist entfernt.

Vorteile von snap, flatpak und appimage

Da die Software in einer Sandbox läuft, kann der Zugriff auf das Gesamtsystem auf nötige Zugriffe beschränkt werden. Der User kann mehrere Versionen der selben Software parallel auf dem System installiert haben und jederzeit auf die ältere Version zurückspringen.

Mit den neuen Paketformaten kann man sein Grundsystem schlank halten und bis zum Supportende nutzen, ohne auf aktuelle Software verzichten zu müssen.

Snap, flatpak und appimage steht in allen Distributionen zur Verfügung. Somit kann das selbe Paket ebenso unter Debian, Ubuntu, SuSe, Red Hat, Fedora, etc. installiert werden. Das ist ein Vorteil für die Entwickler, aber auch für die Anwender.

Nachteile von snap, flatpak und appimage

Da diese Paketformate alle Abhängigkeiten mitbringen, ist der Festplattenverbrauch größer als bei einer klassischen Installation. Das kann aber bei den heute vorhandenen Festplattengrößen vernachlässigt werden.

Meine Strategie bei der Softwareinstallation

Ich nutze nur LTS Distributionen, da ich nicht alle 1-2 Jahre neu installieren möchte. Doch spätestens nach 2-3 Jahren gibt es nur noch Sicherheitsupdates, die enthaltene Software bleibt dann für weitere 2-3 Jahre auf dem alten Versionsstand.

Oft schon habe ich mich geärgert, dass ich meinen gesamten Rechner neu installieren musste, nur weil ich das neuere Office oder ein neueres Gimp haben wollte.

Erste Wahl – Snap Pakete

Nicht nur meine Browser und das Mailprogramm installiere ich als snap Paket, sondern auch das Office und die Mal- und Zeichenprogramme. Also alle Programme, die Internetzugang benötigen oder in der Entwicklung schnelle Zyklen haben.

Das restriktive Verhalten von Canonical gegenüber den Entwicklern sehe ich an dieser Stelle durchaus positiv. Ähnlich wie bei Smartphone Apps für Android und iOS ist eine gewisse Kontrolle durchaus ein Sicherheitszugewinn.

Zweite Wahl – Flatpak Pakete

Die Flatpak Pakete installiere ich nur von FLATHUB oder der Entwicklerseite und nicht von irgendwelchen Download Kanälen, denen ich nicht vertraue. Bei einer sehr großzügigen Einstellung der Sicherheit der Sandbox durch den Entwickler, haben diese Programme mehr Freiheiten als snap Pakete jedoch nicht mehr, als klassisch installierte Software. Es beibt immer noch der Vorteil einer schnellen Aktualisierung der Software.

Dritte Wahl – appimage

Ohne klassische Installation kann der User ein appimage in sein Homeverzeichnis legen und von dort aus starten. Die Software hat jedoch die gleichen Zugriffsrechte wie der User, wird nicht in einer Sandbox ausgeführt.

Fazit

Wie schon zwischen Windows, Mac und Linux Anhängern gibt es auch zwischen snap und flathub Anhängern verschiedene Grabenkämpfe. Aus diesen halte ich mich jedoch weitestgehend heraus. Ich sehe die Vorteile die ich als User habe. Aus diesem Grunde nutze ich auch snap und flatpak parallel auf einem System.

Während ich in der Vergangeheit in die source.list alle möglichen Quellen einbinden musste, um Software von verschiedensten Quellen installieren zu können, kann ich heute mein System schlank halten und trotzdem die neueste Software nutzen.

Schon mehrfach hatte ich mir in der Vergangenheit mein ganzen System auf diese Art zerschossen. Das passiert mit den neuen Paketformaten nicht mehr.

Kategorien
Sicheres Internet

Werbeblocker Pi-Hole

Vor einiger Zeit habe ich nach einer sinnvollen Anwendung für meinen betagten Raspberry Pi B+ gesucht. Dann habe ich einen Artikel über Pi-Hole gelesen.

Pi-Hole ist nicht anspruchsvoll bezüglich der Hardware und läuft bestens auf dem Raspberry Pi der ersten Generation. Also habe ich das Image von Raspberry Pi OS heruntergeladen und auf die MicroSD des Raspberry Pi kopiert, SSH freigeschaltet und den Pi im Netz gebootet. Dann habe ich mich via SSH verbunden und über die Anleitung Pi-Hole installiert. Danach noch die Fritz!Box DNS Einstellungen geändert und es läuft.

Im Netz laufen mehrere PC, Tablets und Smartphones. Auf dem Tablet und meinem Smartphone läuft auch Blokada. Somit werden von meinen Geräten die Anfragen an Werbenetzwerke schon vorab ausgefiltert. Und dennoch sind fast 60% des Internetanfragen geblockt worden, da sie zu einem der bekannten Werbetracker Domains passen.

Pi-Hole Blocked
Pi-Hole Blocked

Dass bei der Anzahl von Android Geräten, Google in der Liste steht, war zu erwarten. Dass jedoch Facebook ohne Ende dabei ist, hatte ich so nicht erwartet, da keiner in unserem Haushalt einen Facebook Account besitzt.

Der Traffic entsteht nur zu einem kleinen Teil durch die Browseraktivitäten auf den PCs. Der größte Teil des Traffics entsteht durch die diversen Apps auf den Mobilgeräten, welche auch ungeöffnet ständig versuchen diverse Domains zu erreichen.

Pi-Hole Traffic Nachts
Pi-Hole Traffic Nachts

Ein klares Indiz, dass die Apps auch ungeöffnet kommunizieren, ist der Traffic in der Nacht, wenn die Geräte ungenutzt und ohne geöffnete Apps herumliegen.

Bisher läuft Pi-Hole nur mit den zwei per Default vorhandenen Adlist.

Fazit:

Über die Hälfte des gesamten Internetverkehrs ist nur für (Werbung) Bespitzelung der User. Vor diesem Hintergrund wird es dringend Zeit, dass wir endlich schnelleres Internet bekommen .

Links:

https://pi-hole.net/

https://www.raspberrypi.org/downloads/raspberry-pi-os/

https://blokada.org/de/index.html

Kategorien
Allgemein

Messenger Delta Chat

Über einen Artikel von Mike Kuketz zu Delta Chat bin ich auf diese Messenger App aufmerksam geworden.

Um den Messenger zu testen, habe ich ihn auf meinem Tablet, meinem Smartphone und meinem PC installiert. Ich habe für den Messenger neue E-Mail Accounts angelegt.

Delta Chat Mailordner
Delta Chat Mailordner

Wenn der Messenger das erste Mal auf den Account zugreift, legt er einen Unterordner DeltaChat an. So sind die Nachrichten via Chat von den üblichen Mails getrennt. Ab dem Zeitpunkt wenn der Empfänger das erste Mal via Messenger geantwortet hat, ist die Kommunikation auch via PGP verschlüsselt. Sie kann dan nicht mehr ohne weiteres via Mail Client gelesen werden, die Kommunikation findet ausschließlich via Messenger statt.

Anwendungsbereich: Firmen Chat

Wer kennt es nicht? In vielen Firmen ist die E-Mail – auch für den täglichen Büro Talk – immer noch das einzige Medium. E-Mails wie:

  • Wer kommt mit zum Mittag essen?
  • Das Auto mit der Nummer AB-CD 1234 hat das Fenster offen gelassen.
  • Ein paar nette Bildchen zu …
  • Ruf mich doch kurz mal zurück, wenn Du wieder am Platz bist.
  • u.v.m.

Solche E-Mails sind immer noch gang und gebe. Sie werden weitergeleitet und machen einen großen Teil der E-Mails aus. Wie alle Mails werden sie von der IT bei den Backups gesichert. Nach 2 Wochen Urlaub machen diese Mails einen Großteil der erhaltenen E-Mails aus. Auch durch solche E-Mails fühlen sich viele Menschen gestört und belästigt.

Über einen Firmen Chat kann man die Kommunikation für solche irrelevanten Nachrichten mit kurzer Lebenszeit von der wichtigen Kommunikation via Mail trennen. Bisher mussten Firmen jedoch eine eigene Infrastruktur für einen Chat aufbauen, oder die Mitarbeiter weichen auf ihnen bekannte externe Infrastruktur wie WhatsApp aus. Bei externer Infrastruktur passiert es jedoch, dass auch mal eine interne oder vertrauliche Info geteilt wird.

Mit Delta Chat kann jede Firma in kürzester Zeit einen eigenen Chat bereitstellen.

  • Die Mail Server Infrastruktur ist vorhanden.
  • Die Workflows zur Anlage der Accounts sind vorhanden. Es sind die gleichen wie bei der E-Mail.
  • Der Delta Chat Client ist für viele Betriebssysteme verfügbar (Windows, Mac, Linux, Android, iOS).
  • Legt man für den Chat ein eigenes Konto, vielleicht noch unter einer eigenen (Sub)Domain an, kann man diese von den Backups ausschließen und somit jede Menge Speicherplatz auf den Backupsystemen einsparen.
  • Einige Sicherheitsbedenken gelten nicht, wenn man sich auf der eigenen Infrastruktur bewegt.
  • Es fallen keine weiteren Linzenzgebühren für Software, Server oder Accounts an.
  • Da alle Clients im eigenen Netz bleiben, bleiben auch die Daten im eigenen Netz.
  • Wie die E-Mail auch, kann DeltaChat auf mehreren Clients (PC, Smartphone) gleichzeitig betrieben werden. Man ist also jederzeit (solange die Geräte eingeschaltet sind) erreichbar.

DeltaChat Client
DeltaChat Client

Fazit:

Für die private Chatkommunikation gibt es bessere, sichere Lösungen – und dabei denke ich nicht an WhatApp. In Firmen kann schnell ein eigener Chat realisiert werden, so dass die E-Mail Kommunikation aller Mitarbeiter auf ein relevantes Maß reduziert und die Backupsysteme entlastet werden können.

Sollte noch keine andere Lösung wie Skype for Business oder Teams im Unternehmen vorhanden sein, kann mit DeltaChat eine schnelle Lösung etabliert werden. Zusätzliche Kosten für weitere Infrastruktur, Server oder externe Dienste (WhatsApp for Business) fallen nicht an. Der Aufwand in der IT für Schulungen und Betrieb ist minimal.

Links:

https://www.kuketz-blog.de/delta-chat-messaging-ueber-die-e-mail-infrastruktur-messenger-teil5/

https://delta.chat/de/

Kategorien
Notizen

Note: Wie ich ein neues Android Smartphone in Betrieb nehme

Die erste Anmeldung

Bei der ersten Anmeldung überspringe ich alle Google Anmeldungen und mache nur die nötigsten Einstellungen wie Sprache. Die SIM Karte ist noch nicht eingelegt, also auch hier ÜBERSPRINGEN. Die WLAN Anmeldung wird gemacht, da wir ja weitere Apps installieren möchten. Name lasse ich leer und die Google Dienste werden deaktiviert.

Unerwünschte Apps deinstallieren oder deaktivieren

Über die Einstellungen / Apps deinstalliere oder deaktiviere ich alle Google Apps, sowie Bloatware, die vom Hersteller mitgeliefert wurde. Hierzu gehört auch der Google Play Store. Einzig den Browser lasse ich noch für kurze Zeit aktiviert.

Folgende Apps werden deinstalliert bzw. deaktiviert: Docs, Duo, Fotos, Gmail, Google, Google Drive, Google Play Filme & Serien, Google Play Musik, Google Play Store, Kalender, Maps, YouTube, LinkedIn, Facebook, WhatsApp

Wunsch Apps installieren

Das Smartphone als mobiles Geräte dient bei mir hauptsächlich der Kommunikation und der Navigation. Natürlich mache ich auch ab und zu Fotos oder informiere mich über News. Office Arbeiten und Unterhaltung mache ich weiterhin lieber am PC. Somit sind einige der nachfolgenden Apps optional.

Alternative App Stores installieren

Unter Einstellungen / Sicherheit / Geräteverwaltung erlaube ich die Installation von Apps unbekannter Herkunft.

Nun öffne ich den Browser und gehe auf die Seite https://f-droid.org um den F-Droid App Store zu installieren.

(Jetzt kann ich den Browser schließen und ebenfalls deinstallieren bzw. deaktivieren.)

Im F-Droid Apps Store finde ich auch den zweiten App Store – Aurora Store, welchen ich aus F-Droid installiere.

Achtung: Es gibt den Aurora Store und Aurora Droid. Der Aurora Store ist die richtige App für den Zugriff auf den Google Play Store.

(Aurora Store ist eine App, welche anonym auf den Google Play Store zugreifen kann. Hierdurch bekommt man alle gängigen Apps aus einer vertrauenswürdigen Quelle. Für Kauf Apps kann man über Aurora Store auch mit seinem Google Account zugreifen.)

Jetzt kann ich beginnen, die alternativen Apps zu installieren. Bevorzugt installiere ich aus F-Droid. Was ich dort nicht finde, installiere ich aus Aurora Store.

(Die Einrichtung der Apps wird hier nicht beschrieben.)

Sicherheits Apps

aus F-Droid installieren:

  • Blokada (Ein Werbeblocker, der das Tracking stark minimiert)

Kommunikations und Organisations Apps

aus F-Droid installieren:

  • Signal (Chat Client)
  • Nextcloud (Cloud Sync von Bildern, Dateien)
  • Nextcloud Notes (Notizen in der Cloud erstellen)
  • DAVx5 (cardDAV, calDAV sync von Kontakten und Kalender mit der Cloud – alternativ: CardDAV-Sync free, CalDAV)
  • K-9 Mail (Mail Client – alternativ: Boxer – Workspace ONE)
  • Simple Calendar Pro Etar (Kalender)
  • optional: Conversations (Jabber Client)

aus Aurora Store installieren:

  • Firefox (Browser)

Navigations App

aus Aurora Store installieren:

  • here wego (Navigation)

Foto Apps

aus F-Droid installieren:

  • Simple Gallery Pro (Fotogalerie)

News und Wissens Apps

aus F-Droid installieren:

  • Wikipedia (Wikipedia Client)
  • Feeder (RSS/Atom Feed Reader)
  • Tusky (Mastodon Client)

aus Aurora Store installieren:

  • Bundle (News)

Unterhaltungs Apps

aus F-Droid installieren:

  • Nova Video Player (netzwerkfähiger Video Player – alternativ: VLC)
  • Phonograph (Musikplayer)
  • NewPipe (YouTube Client)

Office

aus F-Droid installieren:

  • Pdf Viewer Plus

aus Aurora Store installieren:

  • ScanPro App (Scanbot) (Dokumenten Scanner)

weitere optionale Apps

aus Aurora Store installieren:

  • Galaxy Wearable
  • Online Banking App
  • Corona-Warn-App
  • satellite – weltweit mobil telefonieren
  • Sonos S1 Controller
  • Save.TV – TV Recorder
  • waipu.tv – Live TV-Streaming

Fazit

Durch die oben aufgeführten Apps ist man nicht anonym, jedoch ist das Tracking ein kleines Stück eingeschränkt. Über die SIM Karte, deren Mobilnummer und die IMEI des Gerätes ist eine Profilerstellung für den Benutzer des Geräts weiterhin möglich. Weiterhin wird auch das aktive WLAN getrackt, so dass der Heimatort identifizierbar ist. Somit kann indirekt das Geräteprofil über die Mobilnummer und das WLAN auch einem Personenprofil zugewiesen werden.

Manche der Apps müssen auch nicht unbedingt auf dem Smartphone installiert werden. Sie können auf einem Tablet, welches als „stationäres“ Gerät zu Hause genutzt wird, mehr Sinn machen. Dadurch lässt sich die Anzahl der Apps auf dem „mobilen“ Smartphone weiter reduzieren.

Kategorien
Motorrad

Neuzulassungen Royal Enfield Interceptor Oktober 2019

Im Oktober 2019 erscheint die Royal Enfield Interceptor zum ersten Mal in den Top 20 der monatlichen Zulassungsstatistik (Quelle: motorradonline.de).

Mit bundesweit 67 Neuzulassungen im Oktober und 571 Neuzulassungen im Jahr 2019 ist die Interceptor (zum Glück ) weiterhin ein Exot.

Wenn Du im Allgäu ebenfalls eine Interceptor fährst, dann hinterlasse mir doch eine Nachricht in den Kommentaren. Vielleicht können wir uns zu einer kleinen Ausfahrt treffen.